Fohlen schläft

Fohlenaufzucht

Eines der wichtigsten Dinge bei der Aufzucht der Fohlen ist der Umgang ab dem Moment der Geburt.

Vertrauen ist der Schlüssel.

Allerdings gehört die Zeit nach der Geburt auch der Bindung zwischen Stute und Fohlen. Daher habe ich stets darauf geachtet, daß nach der Nabeldesinfektion und der Klistiergabe Ruhe einkehrt und die Aufstehversuche und die Suche nach der Milchbar, sofern möglich, von außerhalb der Box und ggf. über Kamera und Monitor beobachtet wird und nur eingegriffen wird, wenn es wirklich notwendig ist.

Gerade bei der Suche nach dem Euter reagieren besonders Hengstfohlen oft mit Widerstand und das ist meist kontraproduktiv. Mehr als einmal bin ich danach frustriert aus der Abfohlbox ins Büro und saß mit einem Kaffee vor dem Monitor und hörte das beruhigende Schmatzen, wenn die Millchbar geöffnet hatte.

Schon am Tag 1 des Lebens habe ich die Fohlen an der Hand neben der Stute zur Koppel bzw. Paddock geführt, ob nun einfach mit dem Arm um den Hals oder mittels Strick um die Hinterhand. Und auch ein passendes Fohlenhalfter gehört bereits in den ersten Tagen dazu, zumindest für den Weg.

Je später im Frühjahr die Fohlen geboren werden, was ich grundsätzlich befürworte, desto wichtiger ist der vertrauensbildende Umgang, denn wenn die Stute mit ihrem Fohlen dann möglichst rund um die Uhr auf der Koppel ist, ist Vertrauensarbeit mühsamer.

Sobald die Stuten und Fohlen 24 Stunden auf der Koppel waren haben wir die Fohlengatter aufgestellt.Fressgitter falsch aufgestellt
Dort gab es zu Beginn nur ein wenig Hafer (frisch gequetscht) und ich versuchte damit die Fohlen unter der oberen Stange und über die untere Stange herein zu bitten.
am Futtertischfressende Fohlen
Das klappt am Anfang nicht immer sofort, aber mit etwas Geduld sind noch alle Fohlen früher oder später am Futtertrog gelandet.
Die Zeit am Futtertisch ist die, wie ich sie nenne, wertvolle Zeit. Hier habe ich Zeit mit jedem Fohlen der Gruppe Kontakt zu haben, den Gesundheitszustand zu checken und natürlich auch im Auge zu haben, daß alle Fohlen ihren Anteil am Futter bekommen.
Das ist nachher wichtig, wenn es mit etwa 6 Monaten an das absetzen geht.

Der obige Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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