gerade geboren

Die Abfohlsaison

Mit dem 1.Januar beginnt die Saison der Fohlengeburten.

Allerdings ist es meiner Meinung nach viel zu früh, denn mit dem ersten Tag nach der Geburt sollten Stute und Fohlen Bewegung an der frischen Luft haben und das möglichst viel. Das geht eher ab März und April, je nach Wetter, aber auch im Mai mit mehr Sonne, Wärme und frischem Gras.

Wenn die Stute in einem guten Gestüt untergebracht ist, so sollten wir uns wenig Gedanken machen müssen um eine gute Vorbereitung, aber nicht jeder Züchter hat diese, teils auch kostspielige Möglichkeit. Vielleicht hat der Züchter aber auch einen eigenen Stall und möchte das Wunder einer gesunden Fohlengeburt selbst erleben.

Dann gibt es einige Dinge zu planen und im Blick zu behalten:

Für die Geburt selbst braucht es eine möglichst große Box, im Idealfall mit abgerundeten Ecken und einem möglichst rutschfesten Boden. Das hat den Grund darin, daß sich Stuten zur Geburt immer mal in eine Ecke legen und dann wenig Platz ist, wo der Züchter die Geburt überwachen und falls nötig auch helfen kann.
Zudem ist es das Fruchtwasser, dass den Boden in der Box zu einer gefährlichen Rutschpartie machen kann und eine beim aufstehen wegrutschende Stute ist eine Gefahr für alle Beteiligten.

Idealerweise ist in den letzten Wochen vor der zu erwartenden Geburt kein Stallwechsel mehr nötig. Ich empfehle, falls Sie die Stute im Hengstgestüt abfohlen lassen wollen, dies spätestens 6 Wochen vor dem Abfohltermin zu machen, da sich die Stute unter anderem an die Keimflora anpassen muss.

Die Anzeichen einer Fohlengeburt (Harztropfen, weiche Beckenbänder, abgesenkter Bauch etc. sollten bekannt sein, die Telefonnummern des Stalltierarztes und ggf. Helfern, sollten griffbereit sein und über Hilfsmittel wie Geburtenmelder und/oder Kameras in der Abfohlbox hat man sich schon lange vorher Gedanken gemacht.große Harztropfen

Geburtenmelder gibt es inzwischen in vielen Varianten, persönlich bin ich ja für eine gute Nachtwache, sofern die auch sicher wach bleibt und über ausreichend Erfahrung verfügt.
Aber ein Geburtenmelder wie zum Beispiel der die Bewegung der Schweifrübe überwacht oder meldet wenn die Stute sich hinlegt, kann sehr hilfreich sein.
Sicher sind auch die in die Scham eingenähten Melder, jedoch ist das mit einem Eingriff verbunden und mit jedem Eingriff (örtliche Betäubung etc.) sind gewisse Risiken verbunden, sowie natürlich auch Kosten, deswegen sind diese Geburtenmelder bei mir nie im Einsatz gewesen.
Über andere Melder, wie zum Beispiel über den Gurt, der auf das schwitzen der Stute reagiert, da könnte ich sehr vieles schreiben aber das vielleicht in einem anderen Beitrag. Oder über „historische“ Geburtenmelder, bei denen der Stute ein Gurt mit einem Netz aufgelegt wurde und das Netz über der Scham durch die austretende Fruchtblase einen Alarm auslöst und andere mehr.
Diese Melder versagen aber in dem Augenblick, wo es während der frühen Phase, in der das Fohlen noch nicht weit genug im Geburtskanal liegt oder falsch liegt und da ist der kundige Nachtwächter im Vorteil.
Die eigene Erfahrung ist sehr wichtig und am besten kennt man die Stute bereits durch mehrere Abfohlungen.
Aufzeichnungen wie zum Beispiel wie lange vor der Geburt Anzeichen wie Harztropfen, tröpfeln der Milch, Unruhe aufgetreten sind, ob die Stute pünktlich, vor dem Termin abfohlt oder ob sie öfter über die Zeit trägt, all das kann hilfreich sein.

wird fortgesetzt…..

Der obige Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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