Fohlenfütterung

Fohlen absetzen

Das Absetzen der Fohlen, also das Trennen von Stute und Fohlen, ist ein wichtiger Moment in der Aufzucht der Fohlen und kann ein Trauma hinterlassen.

Ganz ohne Stress geht es nicht, aber ein paar wichtige Dinge um ihn möglichst gering zu halten die beschreibe ich nachfolgend.

  1. Der richtige Zeitpunkt:
    Also das Alter des Fohlens ist mit der wichtigste Aspekt, denn das Trennen von Stute und Fohlen vor dem vollendeten 6.Lebensmonat sollte wirklich die Ausnahme sein.
    in dem Alter (6 Monate oder älter), vorausgesetzt die Haltung erfolgt in einer Herde und das Alter in der Fohlengruppe weicht nicht zu sehr voneinander ab, hält sich der Stress in Grenzen, vor allem wenn die Fohlen gut betreut und Menschen gewohnt sind.

    Gründe für ein früheres Absetzen sollen hier nur gelten, zum Beispiel bei Stuten, die dazu neigen, die Trächtigkeit zu resorbieren, aber das geht eben zu Lasten des Fohlens.
    Oder bei einem Verkauf der Stute, zum Beispiel auf der Herbstauktion. Wobei es da Alternativen wie zum Beispiel eine spätere Auktion gibt, was ich persönlich dem frühen Absetzen bevorzugen würde.
  2. Wie setze ich ab:
    Viele Jahre lang habe es so gehandhabt, dass in der Gruppe mit höchstens 8 Stuten, nie mehr als 2 Stuten zur gleichen Zeit aus der Gruppe geholt wurden und zwar dann, wenn die Fohlen gefüttert wurden (siehe Foto)
    Das ging meistens ohne viel Unruhe ab und manchmal haben es die abgesetzten Fohlen während dem Fressen nicht gemerkt.

    Wichtig hierbei, daß die Bezugsperson, die meistens die Fohlen betreut, nach der Herausnahme der Stuten bei der Fohlengruppe bleibt, denn es geht selten ganz ohne Unruhe in der Gruppe ab. Auch entscheidend ist, daß die abgesetzten Fohlen in ihrer gewohnten Gruppe gleichaltriger Fohlen bleiben und diese Gruppe ausser der Hörweite der ihrer heraus genommen Mütter sind.

    Wenn ich morgens 2 Mütter aus der Gruppe genommen habe, dann war zur Abendfütterung meist wieder Ruhe eingekehrt.
  3. Fütterung:
    Wichtig ist auch, daß die Fohlen rechtzeitig an das Füttern gewöhnt wurden und daß diese tägliche Fütterung (mindestens morgens und abends) von einer der Gruppe vertrauten Person durchgeführt wurde und die Fohlen Vertrauen zum Menschen haben, also gut zu handeln sind.
    Und das heißt nicht einfach das Futter in den Trog kippen und denken, das klappt schon, sondern dabei bleiben und darauf achtren, daß nicht die größeren und stärkeren die anderen vom Trog vertreiben.

Wie man es besser nicht macht wurde vor vielen Jahren in einer Fernsehdokumentation gezeigt. In der vierteiligen Reihe „Vom Fohlen zum Rennpferd“ musste ich sehen wie auf einem Gestüt, dass heute nicht mehr existiert, eine Gruppe Fohlen zu selben Zeit von den Müttern getrennt wurde.
Fohlen und Stute wurden in jeweils eine Boxe geführt und die Stute wieder herausgenommen.

Die Fohlen wieherten und rannten umher wie in Panik.

Pferde sind Herdentiere und derartiges trennen hinterlässt ein Trauma und bremst auch möglicherweise die weitere Entwicklung. Vermutlich wurden die Fohlen am Tag darauf wieder in der Gruppe auf die Koppel gebracht, aber ich bin mir nicht sicher, ob das auch gezeigt wurde.

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